KUNSTRAUM NEUREUT E.V.
         KUNSTRAUM NEUREUT E.V.          

Jahresprogramm

2018

 

18.1. - 4.2.2018

 

THOMAS BEHLING   ǀ   DAS RÜCKSPIEGELEILAND

 

 

Eröffnung:               Donnerstag, 18.1.2018,   19.00 Uhr

Einführung:             Jens Andres

Künstlergespäch:   Sonntag, 4.2.2018,   15.00 Uhr mit Heinz Stahlhut (Kunstmuseum Luzern)

 

Es erscheint ein Katalog mit Text von Heinz Stahlhut (Museum Luzern).

 

 

 

Das Rückspiegeleiland

 

Bildobjekte von Thomas Behling


Eine kristalllien anmutende Form in frischem Mintgrün und leuchtendem Orange und einem Belag aus Staub und Peke. In der Mitte eine kleine, ovale Öffnung, in der hinter einer dunstigen Glasscheibe ein Bild mit seltsamer Tiefe und Entrücktheit eine Mutter mit Baby zwischen blühenden Rosen zeigt. “First Morning” heißt dieses seltsame, verstaubte Objekt. Überkommene Bildformen, wie sie die Wohnzimmer früherer Generationen schmückten, drücken eine Weltsicht aus, die prägend ist und sich ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat.
Thomas Behling interessiert dieses weltanschauliche Erbe, welches wir in unserem Hinterköpfen mit uns tragen. Es prägt unsere Sicht auf die Welt mehr unter- als bewusst und widerspricht oftmals unserem Selbstverständnis.
Daher nutzt er häufig altes Material wie z.B. Rahmen oder auch gefundenes meist triviales Bildmaterial, wie er gleichermaßen aber auch Neuem den Anschein „alt“ und „authentisch“ zu sein gibt, obwohl es so nie gewesen sein kann. So arbeitet Thomas Behling neben Verfremdungen und Übersteigerungen z.B. mit Licht – als Hinterleuchtung oder Funkelbild - und erzeuge trotzdem glaubhaft einen Fundstückcharakter. Die für den Betrachter unklare Grenze zwischen Neuem und Altem ist gewollt. Denn das, was wir für authentisch halten, ist vor allem das Bild, das wir uns davon machen. Bei seinen Bearbeitungen und Untersuchungen verfolgt Thomas Behling eine Differenzierung, wo diese nicht als etwas Eindeutiges gelingen kann, weil Seichtes und Gehalt, Illusion und Vision, Realitätsflucht und Reflexion miteinander untrennbar verwoben sind.
Thomas Behling trifft genau die Grenze zwischen kritischer Analyse und naiver Huldigung, zwischen Ernst und Ironie. Er nimmt Aspekte der Täuschung und Erfindung auf, überspitzt, bricht und entlarvt auch manchmal - aber Letzteres niemals denunziatorisch oder überheblich, sondern um die Funktionsweise der Illusion zu verdeutlichen – mit dem Ergebnis, dass hinter dem einen, schlichten Weltbild oft ein weiteres ebenso vereinfachendes Modell der Welt zum Vorschein kommt. Er vereint in seinen Bildobjekten – durchaus dialektisch – die Demaskierung des Verblendungszusammenhangs mit der Erfahrung der Desillusionierung beim Blick auf das, was hinter dem Schleier liegt.


Heinz Stahlhut vom Kunstmuseum Luzern hat für den zur Ausstellung erscheinenden Katalog geschrieben. Zum Abschluss der Ausstellung am 4. Februar spricht er im Rahmen des Künstlergespräches mit Thomas Behling über dessen künstlerische Arbeit.

 

 

 

1.3. - 18.3.2018

 

CHRISTA KRESS    ǀ   ICH MALE, WAS ICH BIN

Gedächtnisausstellung

 

 

Eröffnung:          Donnerstag, 1.3.2018,   19.00 Uhr

Einführung:        Frieder Kohlenberger

 

 

 

CHRISTA KRESS   Ich male, was ich bin  -  Gedächtnisausstellung

Christa Kress (1933-2017) hätte im März 2018 ihren 85. Geburtstag gefeiert. Sie war Gründungsmitglied des Kunstraums Neureut. Der Kunstverein ehrt die überregional anerkannte Künstlerin mit einer Gedächtnisausstellung.

Christa Kress kam durch ihre Tante Clara Kress zur Malerei. Weitere prägende Kräfte für ihr Schaffen waren musikalische Formprinzipien und ein unerschütterlicher Glaube an Spiritualität und Transzendenz. Willensstärke und disziplinierte Vitalität beflügelten ihre unbändige Schaffenskraft, die trotz gesundheitlicher Krisen praktisch bis zu ihrem Lebensende anhielt. Ihre eher informellen Bilder gehen aus von konkreten Erfahrungen, die sie in einer charakteristischen feingliedrigen Handschrift zu eleganten Kompositionen fügt, die häufig jenseits des Bildrandes weitergedacht werden können. Dabei spiegeln wechselnde Farbklänge Gefühlslagen in verschiedenen Lebensabschnitten.

(Frieder Kohlenberger)

 

(Foto: Dietmar Zankel)

 

 

 

19.4. - 20.5.2018

 

FEDERN GELASSEN -

DER VOGEL IN DER AKTUELLEN KUNST

 

 

Thomas Behling

Eiko Borcherding

Oliver Estavillo

Ottmar Hörl

Vera Kattler

Pavel Miguel

Heiko Müller

Thomas Putze

Svenja Ritter

Julia Schramm

Sabine Steimer

David Uessem

 

 

Kuratiert von Jens Andres

 

 

 

Eröffnung:           Donnerstag, 19.4.2018,   19.00 Uhr

Dauer:                  19.4. - 20.5.2018

Einführung:         Jens Andres

 

 

 

 

 

Federn gelassen - Der Vogel in der aktuellen Kunst
 
Die Ausstellung "Federn gelassen - Der Vogel in der aktuellen Kunst" im Kunstraum Neureut e.V. in Karlsruhe zeigt 12 Künstler aus ganz Deutschland, die sich auf ihre individuelle Weise mit dem Thema "Vogel" innerhalb ihrer Kunst beschäftigen.
Diese Ausstellung untersucht, wie und mit welcher Motivation Künstler in den verschiedenen Medien das mit vielen Konnotationen besetzte Motiv des Vogels darstellen.
Die Bandbreite der künstlerischen Positionen ist groß. Der Vogel findet sich bei einigen der Künstlern in narrativem Kontext des Bildgeschehens, andere Künstler vewenden das Vogel-Motiv als Ausgangspunkt für die unterschiedlichsten Bearbeitungen und Gestaltungen.
Die Medien reichen von Malerei und Zeichnung bis Plastik und Neue Medien.
Die Ausstellung wurde von Jens Andres kuratiert.

 

 

 

 

13.9. -14.10.2018

 

DAS LACHEN BLIEB IHM IM HALSE STECKEN -
IRONIE UND HUMOR IN DER AKTUELLEN KUNST
 

Pavel Miguel

Klaus Staeck

Michael Volkmer

Daniel Wagenblast

Andreas Welzenbach

 

Kuratiert von Jens Andres

 

 

Eröffnung:    Do., 13.9.2018     19.00 Uhr

Dauer:          13.9. -14.10.2018

Einführung:  Jens Andres

 

18.10. - 11.11.2018

 

MAREN RUBEN   ǀ   THE BLACK SWAN STORY

 

 

Eröffnung:   Donnerstag, 18.10.2018, 19.00 Uhr

 

 

 

 

MAREN RUBEN – The Black Swan Story
Maren Ruben vertritt eine völlig eigenständige künstlerische Position.
Ihre installativen Bildobjekte faszinieren mit einer Verbindung von neueren Medienformen wie Wandinstallation, Wand- und Raumobjekt sowie Installation mit klassischen Medien wie Zeichnung und Papier.
Für den Betrachter ist es schwierig fassbar, aus welchem Material und mit welcher Technik ihre Objekte gearbeitet wurden.
Maren Rubens Arbeiten sind hochpoetisch. Sie pendeln zwischen abstrakt und Assoziationen auslösenden Gegenstandsanmutungen, die sich aber nicht klar deuten lassen.

 


MAREN RUBEN – Text
Maren Rubens künstlerische Arbeit charakterisiert ein gekonnter Umgang mit klassischen malerischen und zeichnerischen Techniken, verbunden mit einer stetigen Suche nach neuen, radikalen Formen und Lösungen, hinführend zu einem eigenständigen, durch Frische und Risikofreude gekennzeichneten Werkbegriff.
Die Kunstgattungen Malerei, Zeichnung, Installation, Skulptur und Relief,
werden verwoben und Grenzen konsequent hinterfragt.

Maren Ruben benennt ihre künstlerische Suche und ihr Werk „Zeichnung“ und Zeichnung wird Gestus. Bildnerischer Ausdruck entspringt der Quelle des Gedankens und wird zum Abbild künstlerischer Suche. Jedes Fragment ihrer Arbeit unterwirft sich einer Ordnung, einer eigenen Struktur. Zeit und Gegenwart werden durch unzählige, sich akkumulierende Zeichen reflektiert.
Die Materialien variieren: Papier, Transparentpapier, Reispapier, Baumwollgaze, Tüll, um hier nur einige Beispiele zu geben. Verwandt mit dem Begriff Haut, sind sie Träger des Ausdrucks, der Manipulationen, einer sich ständig wiederholenden und nuancierenden Schrift. Unter ihren Händen werden diese Materialien zum lebendigen Organ. Das Auge des Betrachters trifft auf feine Membranen, geschmeidig, permeabel, still.
Auch der klassische Begriff des „Trompe de l’oeil“ wird in den künstlerischen Prozess mit einbezogen. Was den Betrachter an echte Federn und Fell erinnert, ist bildnerische Illusion.

Durch einen sensiblen Einsatz der Collagetechnik verbindet die Künstlerin Papiere unterschiedlichster Qualität und Materialität, die in den Arbeiten als eigene Farben und Kontraste das Gesamtwerk prägen. Die Übergänge werden so bearbeitet und „verfügt“, dass das Auge am Ende keine harten Grenzen, sondern vielmehr ein organisches Verschmelzen differenzierter Materialwirkung und Stofflichkeit wahrnimmt.
Schichten um Schichten werden aufgetragen, abgetragen, überlagert, behutsam abgeschliffen, zerrissen, neu gefügt, bis sich nach langem Hinterfragen das endgültige Ergebnis zeigt.
Es entstehen große, physisch erfahrbare Materiallandschaften. Die Arbeiten sind zart, doch diese Zartheit ist Kraft. Ein zeitloses, eigenständiges Modell, komplementär zu unserer rasenden, bild- und reizüberfluteten Gegenwart.
Die Arbeiten von Maren Ruben verlassen konsequent den klassischen Bildrahmen und -raum. Das Unvollendete wird innerhalb einer eigenen Notwendigkeit, die dem Prozess zugrunde liegende Ästhetik, gesucht und als der, ein sich bewegender, offener, Endzustand angenommen.

2019

 

 

 

 

 

Januar 2019

 

ULRIKE DONIÉ

 

 

 

7.2. -3.3.2019

 

HEIKE NEGENBORN

 

 

 

 

 

4.4. - 28.4.2019

 

ART SHOES - SHOES IN CONTEMPORARY ART

 

 

ART SHOES – Shoes in Contemporary Art

 

Die Galerie Petra Nostheide-Eycke präsentierte das Projekt ART SHOES – Shoes in Contemporary Art erstmals Ende 2014 in Düsseldorf.

2017 im März wanderte das Projekt in jeweils veränderter Form in das Museum ´Städtische Galerie im Park´ nach Viersen und Juni 2017 in das ´Museum im Odapark´ in die Niederlande.

Dr. Claudia Schulz, Pressesprecherin des Deutschen Schuhinstitutes in Offenbach begleitet das Projekt von Beginn an als Schirmherrin.

 

Das Projekt ART SHOES – Shoes in Contemporary Art ist als Wanderausstellung konzipiert und mit renommierten Gegenwartskünstlern- und Künstlerinnen internationaler Herkunft bestückt.

Zusätzlich zu den ca. 15 Werken eines festen Stamms von Künstlern soll die Auswahl am jeweiligen Ausstellungsort um Werke weiterer Künstler ergänzt werden.

Damit ist die Möglichkeit gegeben, auf Kunstströmungen und Künstler im Umfeld des Ausstellers eingehen zu können. Es geht um den nicht oder nicht mehr anziehbaren, um den modifizierten und verfremdeten, den abgewandelten und verwandelten – um den zum Kunstobjekt mutierten Schuh. Es geht um künstlerische Aussagen, die über den Schuh getroffen werden, um die ihm immanenten Möglichkeiten:

Wo und wie mutiert der Alltagsgegenstand ´Schuh´ unter der schaffenden Hand des Künstlers zum reinen Kunstobjekt?

 

 

 

 

 

 

September 2019

 

Henning Grießbach

 

 

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